Gebrauchsinformation HyQvia
für Anwender

Packungsbeilage: Information für Anwender

HyQvia 100 mg/ml Infusionslösung zur subkutanen Anwendung
Normales Immunglobulin vom Menschen

▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.
  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

  1. Was ist HyQvia und wofür wird es angewendet?
  2. Was sollten Sie vor der Anwendung von HyQvia beachten?
  3. Wie ist HyQvia anzuwenden?
  4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
  5. Wie ist HyQvia aufzubewahren?
  6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist HyQvia und wofür wird es angewendet?

Was ist HyQvia?

HyQvia besteht aus zwei Lösungen, die für die Infusion (per Tropf) unter die Haut (subkutane Infusion) bestimmt sind. Das Arzneimittel wird in einer Packung mit einer Durchstechflasche mit normalem Immunglobulin vom Menschen 10 % (dem Wirkstoff) und einer Durchstechflasche mit rekombinanter humaner Hyaluronidase (einer Substanz, durch die das normale Immunglobulin vom Menschen 10% leichter die Blutbahn erreicht) geliefert.

Normales Immunglobulin vom Menschen 10 % gehört zu einer Klasse von Medikamenten, die als "normale Immunglobuline vom Menschen" bezeichnet werden. Immunglobuline sind Antikörper, die im Blut gesunder Menschen vorhanden sind. Antikörper sind Teil des Immunsystems (die natürliche Abwehr des Körpers) und unterstützen Ihren Körper dabei, Infektionen abzuwehren.

Wie wirkt HyQvia?

Die Flasche Immunglobulin wurde aus dem Blut gesunder Menschen zubereitet. Das Medikament wirkt in der gleichen Weise wie die natürlich im Blut vorkommenden Immunglobuline. Die rekombinante humane Hyaluronidase ist ein Protein, durch das die Immunglobuline leichter unter die Haut infundiert (per Tropf verabreicht) werden und in den Blutkreislauf übergehen können.

Wofür wird HyQvia angewendet?

HyQvia wird bei Patienten angewendet, deren Immunsystem geschwächt ist, die nicht über genügend Antikörper im Blut verfügen und die dazu neigen, häufig an Infektionen zu erkranken. Regelmäßige und ausreichende Dosen von HyQvia können außergewöhnlich niedrige Immunglobulinspiegel in Ihrem Blut auf Normalwerte anheben (Ersatztherapie).

HyQvia wird folgenden Personengruppen verordnet:

  • Erwachsene Patienten ab einem Alter von 18 Jahren, deren Körper nicht oder nur in begrenztem Ausmaß in der Lage ist, Antikörper zu bilden (primäre Immunschwächeerkrankungen). Dazu gehören etwa:
    • Immunglobulinmangel (Hypogammaglobulinämie) oder Fehlen der Immunglobuline (Agammaglobulinämie) im Blut;
    • eine Kombination aus Immunglobulinmangel, häufig auftretenden Infektionen, unzureichender Antikörperbildung nach Impfungen sowie anderen Symptomen wie etwa Immunreaktionen gegen den eigenen Körper oder Krebserkrankungen (allgemeine variable Immunmangelkrankheiten);
    • eine Kombination aus Immunglobulinmangel bzw. fehlenden Immunglobulinen und fehlenden bzw. nicht funktionierenden T-Zellen (eine Art von weißen Blutkörperchen, die auch Teil des Immunsystems sind) im Blut (schwere kombinierte Immunmangelkrankheiten);
    • Fehlen bestimmter Arten von Immunglobulinen (IgG-Subklassen), was zu häufigen Infektionen führt.
  • Erwachsene Patienten ab einem Alter von 18 Jahren mit bestimmten Arten von Blutkrebs (wie etwa chronischer lymphatischer Leukämie oder Myelom), die zu einem Mangel an Antikörpern im Blut (Hypogammaglobulinämie) und zu häufigen bakteriellen Infektionen führen.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von HyQvia beachten?

HyQvia darf NICHT injiziert oder infundiert werden,

  • wenn Sie allergisch sind gegen Immunglobuline, Hyaluronidase, rekombinante Hyaluronidase oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels (siehe Abschnitt 6, „Inhalt der Packung und weitere Informationen“);
  • wenn Sie Antikörper gegen Immunglobulin A (IgA) im Blut haben. Dies könnte der Fall sein, wenn bei Ihnen ein IgA-Mangel vorliegt. Da HyQvia Spuren von IgA enthält, könnte es zu einer allergischen Reaktion kommen;
  • HyQvia darf NICHT in ein Blutgefäß (intravenös) injiziert oder infundiert werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte beachten Sie die folgenden Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, bevor Sie HyQvia verabreicht bekommen oder anwenden. Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal.

Kinder und Jugendliche

Verabreichen Sie dieses Arzneimittel nicht an Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahren, da seine Langzeit-Sicherheit bisher nicht erwiesen ist.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-bzw. Gebärfähigkeit

Die Wirkungen der Langzeit-Anwendung der rekombinanten humanen Hyaluronidase auf Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-bzw. Gebärfähigkeit sind derzeit unbekannt.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte HyQvia nur nach Absprache mit Ihrem Arzt angewendet werden. Wenn Sie während der Anwendung von HyQvia schwanger werden, sollten Sie mit Ihrem Arzt die Möglichkeit der Teilnahme an einem Schwangerschaftsregister besprechen, damit Daten über ihre Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes erfasst werden. Zweck dieses Registers ist es, Daten zu erfassen und ausschließlich den für die Überwachung der Sicherheit dieses Arzneimittels zuständigen Gesundheitsbehörden zu übermitteln. Die Teilnahme am Register ist freiwillig.

Allergische Reaktionen

Sie könnten gegen Immunglobuline allergisch sein, ohne dass Ihnen dies bewusst ist. Allergische Reaktionen wie ein plötzlicher Blutdruckabfall oder ein sog. anaphylaktischer Schock (starker Abfall des Blutdrucks in Zusammenhang mit anderen Symptomen, wie etwa Anschwellen des Rachens, Atembeschwerden und Hautausschlag) sind selten, können aber gelegentlich auch dann auftreten, wenn frühere, ähnliche Behandlungen problemlos verlaufen sind. Das Risiko einer allergischen Reaktion ist bei Vorliegen eines IgA-Mangels mit Anti-IgA-Antikörpern erhöht. Zu den Symptomen dieser seltenen allergischen Reaktionen gehören:

  • Schwindelgefühle, Benommenheit oder Schwächegefühl
  • Hautausschlag und Juckreiz, Schwellung im Mund-oder Rachenraum, Atembeschwerden, Giemen
  • veränderte Herzfrequenz, Brustschmerzen, blaue Lippen, Finger oder Zehen
  • verschwommenes Sehen.

Ihr Arzt oder ein Mitglied des medizinischen Fachpersonals wird HyQvia zunächst langsam infundieren und Sie während der ersten Infusionen sorgfältig überwachen. So können eventuell auftretende allergische Reaktionen unverzüglich erkannt und behandelt werden.

Wenn Sie während der Infusion irgendeines der oben angeführten Symptome bemerken, teilen Sie dies Ihrem Arzt oder einem Mitglied des medizinischen Fachpersonals unverzüglich mit. Es wird dann entschieden, ob die Infusionsgeschwindigkeit vermindert oder die Infusion abgebrochen wird.

Infusionsgeschwindigkeit

Es ist sehr wichtig, dass das Medikament mit der richtigen Geschwindigkeit infundiert wird. Ihr Arzt oder ein Mitglied des medizinischen Fachpersonals wird Ihnen sagen, welche Infusionsgeschwindigkeit Sie verwenden sollen, wenn Sie HyQvia zu Hause anwenden (siehe Abschnitt 3, "Wie ist HyQvia anzuwenden?").

Überwachung während der Infusion

Bestimmte Nebenwirkungen können mit größerer Häufigkeit auftreten, wenn

  • Sie HyQvia zum ersten Mal verabreicht bekommen,
  • Sie bisher ein anderes Immunglobulin erhalten haben und nun auf HyQvia umgestellt wurden,
  • Ihre letzte HyQvia Infusion bereits längere Zeit (z. B. mehr als 2 oder 3 Infusionsintervalle) zurückliegt.

In diesen Fällen werden Sie über die gesamte Dauer Ihrer ersten Infusion sowie weitere 60 Minuten nach Beendigung der Infusion sorgfältig überwacht.

In allen anderen Fällen sollten Sie bei den ersten HyQvia Infusionen über die gesamte Infusionsdauer und anschließend mindestens 20 Minuten lang überwacht werden.

Heimbehandlung

Bevor Sie mit der Heimbehandlung beginnen, sollten Sie eine Person als Betreuungsperson auswählen. Sowohl Sie als auch Ihre Betreuungsperson werden darin unterrichtet, erste Anzeichen von Nebenwirkungen, insbesondere von allergischen Reaktionen, zu erkennen. Ihre Betreuungsperson soll Sie dabei unterstützen, mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu bemerken. Während der Infusion müssen Sie auf erste Anzeichen von Nebenwirkungen achten (weitere Details finden Sie in Abschnitt 4, "Welche Nebenwirkungen sind möglich?").

Wenn Sie Nebenwirkungen feststellen, müssen Sie bzw. Ihre Betreuungsperson die Infusion sofort abbrechen und einen Arzt rufen.

Bei Eintreten einer schweren Nebenwirkung fordern Sie bzw. Ihre Betreuungsperson unverzüglich notärztliche Hilfe an.

Ausbreitung lokalisierter Infektionen

Infundieren Sie HyQvia nicht an oder im Umkreis von Hautstellen, die infiziert oder gerötet und geschwollen sind, da dies zur Ausbreitung der Infektion führen könnte.

Länger andauernde (chronische) Hautveränderungen wurden in klinischen Studien nicht beobachtet. Bitte melden Sie jede länger andauernde Entzündung, Knotenbildung oder Entzündung, die länger als ein paar Tage fortdauern und an der Infusionsstelle auftreten, Ihrem Arzt.

Auswirkungen auf Bluttests

HyQvia enthält viele unterschiedliche Antikörper, von denen einige die Ergebnisse von Bluttests (serologischen Tests) beeinflussen können.

Informieren Sie Ihren Arzt vor Durchführung eines Bluttests darüber, dass Sie mit HyQvia behandelt werden.

Hinweise zum Ausgangsmaterial von HyQvia

Das normale Immunglobulin vom Menschen 10 % von HyQvia und das humane Serumalbumin (ein Bestandteil der rekombinanten humanen Hyaluronidase) werden aus menschlichem Plasma (dem flüssigen Bestandteil des Blutes) hergestellt. Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma werden bestimmte Maßnahmen getroffen, um die Übertragung von Infektionen auf den Patienten zu verhindern. Zu diesen Maßnahmen gehören:

  • die sorgfältige Auswahl von Blut-und Plasmaspendern, um sicherzustellen, dass Personen, bei denen Infektionen vorliegen könnten, ausgeschlossen werden sowie
  • die Untersuchung von Einzelspenden und Plasmapools auf das Vorliegen von Viren bzw. Infektionen.

Die Herstellung von Blut- und Plasmaprodukten beinhaltet ferner wirksame Schritte zur Inaktivierung bzw. Abtrennung von Viren. Trotz dieser Maßnahmen kann bei der Anwendung von Arzneimitteln, die aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellt werden, die Übertragung von Infektionen nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bislang unbekannte oder neu auftretende Viren oder Infektionserreger.

Die in der Herstellung von HyQvia getroffenen Maßnahmen gelten sowohl gegen umhüllte Viren wie das Humane Immunschwäche-Virus (HIV), das Hepatitis B-und das Hepatitis C-Virus als auch gegen die nicht umhüllten Viren Hepatitis A-Virus und Parvovirus B19 als wirksam.

Bisher wurden Immunglobuline nicht mit Hepatitis A-oder Parvovirus B19-Infektionen in Zusammenhang gebracht, möglicherweise deshalb, weil die in HyQvia enthaltenen Antikörper gegen diese Infektionen schützen.

Bitte zeichnen Sie bei jeder Anwendung von HyQvia unbedingt folgende Daten in Ihrem Behandlungstagebuch auf:

  • Datum der Anwendung,
  • die Chargenbezeichnung des Arzneimittels,
  • das infundierte Volumen, die Infusionsgeschwindigkeit sowie Anzahl und Ort der Infusionsstellen.

Anwendung von HyQvia zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Impfungen

HyQvia kann die Wirksamkeit einiger Impfstoffe mit Lebendviren beeinträchtigen, darunter Impfstoffe gegen Masern, Röteln, Mumps und Windpocken. Daher müssen Sie nach der Verabreichung von HyQvia möglicherweise bis zu 3 Monate warten, bevor bestimmte Impfungen durchgeführt werden können. Bei Masern-Impfstoffen kann die erforderliche Wartezeit nach der Verabreichung von HyQvia bis zu 1 Jahr betragen.

Bitte informieren Sie Ihren impfenden Arzt oder das medizinische Fachpersonal darüber, dass Sie mit HyQvia behandelt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Während der Behandlung mit HyQvia könnte es zu Nebenwirkungen (wie etwa Schwindelgefühl oder Übelkeit) kommen, die Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen könnten. Ist dies der Fall, warten Sie bitte solange, bis die Reaktionen wieder abgeklungen sind.

HyQvia enthält Natrium

Die rekombinante humane Hyaluronidase von HyQvia enthält kleine Mengen (3,68 mg pro ml) Natrium. Dies könnte bei Patienten, die eine salzarme Diät einhalten, zu beachten sein.

3. Wie ist HyQvia anzuwenden?

Wenden Sie HyQvia immer genau nach Anweisung Ihres Arztes an. Sollten Unsicherheiten bestehen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

HyQvia muss unter die Haut (subkutan) infundiert werden.

Die Behandlung wird anfangs von Ihrem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft durchgeführt. Möglicherweise können Sie, nachdem Sie die ersten Infusionen unter medizinischer Aufsicht erhalten haben und Sie (und/oder Ihre Betreuungsperson) darin unterwiesen wurde, wie das Arzneimittel zu verabreichen ist, HyQvia zu Hause anwenden. Sie werden zusammen mit Ihrem Arzt entscheiden, ob Sie HyQvia im Rahmen einer Heimbehandlung anwenden können. Beginnen Sie bitte erst mit der HyQvia Heimbehandlung, nachdem Sie vollständige Anweisungen erhalten haben.

Dosierung

Ihr Arzt wird die für Sie richtige Dosis gemäß Ihrem Körpergewicht, etwaigen früheren Therapien und Ihrem Ansprechen auf die Behandlung errechnen. Die empfohlene Anfangsdosis enthält zwischen 400 und 800 mg Wirkstoff pro kg Körpergewicht pro Monat. Sie erhalten zu Beginn ein Viertel dieser Dosis in Intervallen von einer Woche. Bei den darauffolgenden Infusionen wird diese Dosis schrittweise auf Behandlungsintervalle von 3 bis 4 Wochen gesteigert. Bisweilen kann Ihr Arzt empfehlen, größere Dosen aufzuteilen und zum gleichen Zeitpunkt an unterschiedlichen Stellen zu verabreichen. Je nachdem, wie Sie auf die Behandlung ansprechen, könnte Ihr Arzt dabei auch Ihre Dosis anpassen.

Behandlungsbeginn

Ihre Behandlung wird von einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft eingeleitet, die in der Betreuung von Patienten mit geschwächtem Immunsystem und in der Durchführung einer Heimbehandlung erfahren ist. Sie werden über den gesamten Verlauf der Infusion sowie mindestens eine Stunde nach Beendigung der Infusion sorgfältig überwacht, um zu sehen, wie gut Sie das Medikament vertragen. Anfangs wird Ihr Arzt oder die medizinische Fachkraft eine langsame Infusionsgeschwindigkeit verwenden, die während der ersten Infusion sowie in den darauffolgenden Infusionen schrittweise gesteigert wird. Sobald Ihr Arzt oder die medizinische Fachkraft die für Sie angemessene Dosis und die richtige Infusionsgeschwindigkeit ermittelt hat, kann Ihnen die Erlaubnis erteilt werden, die Behandlung zu Hause selbständig fortzusetzen.

Heimbehandlung

Sie werden in folgende Aspekte eingewiesen:

  • Keimfreie (aseptische) Infusionstechniken,
  • Handhabung der Infusions- oder Spritzenpumpe (falls erforderlich),
  • Führen eines Behandlungstagebuchs,
  • Im Falle von schweren Nebenwirkungen zu ergreifende Maßnahmen.

Bitte beachten Sie hinsichtlich Dosis, Infusionsgeschwindigkeit und HyQvia Behandlungsplan die Anweisungen Ihres Arztes, so dass Sie aus der Behandlung den für Sie maximalen Nutzen ziehen.

  • Für Patienten ab einem Körpergewicht von 40 kg beträgt die anfängliche Infusionsrate 10 ml pro Stunde pro Infusionsstelle. Bei guter Verträglichkeit kann diese Rate bei den ers-ten beiden Infusionen in Intervallen von mindestens 10 Minuten auf 240 ml pro Stunde pro Infusionsstelle gesteigert werden. Bei den nachfolgenden Infusionen kann die Rate auf 300 ml pro Stunde pro Infusionsstelle erhöht werden.
  • Für Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg beträgt die anfängliche Infusionsrate 5 ml pro Stunde pro Infusionsstelle. Bei guter Verträglichkeit kann diese Rate bei den ersten beiden Infusionen in Intervallen von mindestens 10 Minuten auf 80 ml pro Stunde pro Infusionsstelle gesteigert werden. Für alle weiteren Infusionen kann die Rate auf 160 ml pro Stunde pro Infusionsstelle erhöht werden.

Wenn Sie eine größere Menge von HyQvia angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie meinen, mehr HyQvia infundiert zu haben, als Sie sollten, sprechen Sie sobald als möglich mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Anwendung von HyQvia vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Dosis von HyQvia an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben. Wenn Sie meinen, eine Dosis vergessen zu haben, sprechen Sie sobald als möglich mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

Eine ausführliche Bedienungsanleitung finden Sie im folgenden Abschnitt.

HyQvia aus dem Karton entnehmen

  • Warten, bis die Durchstechflaschen Raumtemperatur erreicht haben. Dies kann bis zu 60 Minuten dauern.
  • HyQvia nicht erhitzen oder schütteln.
  • Prüfen Sie jede Durchstechflasche von HyQvia vor der Anwendung auf folgende Aspekte:
    • Verfalldatum: Nicht nach dem Verfalldatum verwenden.
    • Farbe:
      • Die rekombinante humane Hyaluronidase sollte klar und farblos sein.
      • Das normale Immunglobulin vom Menschen 10 % sollte klar und farblos bis gelblich sein.
      • Keine der beiden Lösungen verwenden, wenn sie trüb sind oder Teilchen enthalten.
    • Schutzkappe: Auf der Dual-Flaschen-Einheit ist eine Schutzkappe angebracht. Produkt nicht verwenden, wenn diese Schutzkappe fehlt.

Alle Utensilien vorbereiten

Stellen Sie alle für die Infusion benötigten Utensilien bereit. Dazu gehören: HyQvia Dual-Flaschen-Einheit(en), Infusionszubehör (Subkutankanülen-Set, Lösungsbehälter (Beutel oder Spritze), sterile transparente Pflaster und Klebestreifen, Pumpenschläuche, Transfersystem, Spritzen, Gaze und Klebestreifen), Behälter für scharfe Gegenstände, elektromechanische Infusionspumpe mit einstellbarer Infusionsrate, Behandlungstagebuch sowie anderes Zubehör nach Bedarf.

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Sauberen Arbeitsbereich vorbereiten.

Hände waschen

Hände gründlich waschen. Sämtliches Zubehör bereitlegen und wie von Ihrem Arzt oder medizinischen Betreuer angewiesen öffnen.

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HyQvia Dual-Flaschen-Einheit(en) öffnen

  • Blaue Schutzkappe entfernen und Gummistopfen der Durchstechflaschen freilegen.
  • Vor dem Transfer der rekombinanten humanen Hyaluronidase in HyQvia anweisungsgemäß alle Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer abwischen und lufttrocknen lassen (mindestens 30 Sekunden).
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Durchstechflasche mit der rekombinanten humanen Hyaluronidase (HY) vorbereiten

  • Die kleinere sterile Spritze aus der Packung entnehmen und mit nicht belüftetem Spike oder Kanüle (Spritzeneinheit) verbinden.
  • Kolben zurückziehen und die kleinere Spritze mit einer Luftmenge füllen, die der in der/den HY-Flaschen enthaltenen Menge an rekombinanter humaner Hyaluronidase entspricht.
  • Kappe von der Kanüle/dem nicht belüfteten Transfersystem abnehmen.
  • Spitze der Kanüle/des nicht belüfteten Transfersystems in die Mitte des Gummistopfens einstechen und gerade nach unten drücken. Die Luft in die Durchstechflasche drücken.
  • Flasche umdrehen und Kanüle/nicht belüftetes Transfersystem in der Flasche belassen. Die Spitze der Spritze zeigt nun nach oben.
  • Gesamten Inhalt der Durchstechflasche mit der rekombinan- .ten humanen Hyaluronidase in die Spritze ziehen.
  • Schritt 6 wiederholen, wenn Ihre Dosis aus mehr als einer Flasche mit rekombinanter humaner Hyaluronidase besteht.
  • Wenn möglich, die gesamte für die Verabreichung Ihrer Immunglobulin G-Dosis erforderliche Menge an rekombinanter humaner Hyaluronidase in dieselbe Spritze aufziehen.
  • Die Spritzeneinheit nach oben richten und etwaige Luftbläschen entfernen, indem Sie mit dem Finger sanft an die Spritze klopfen. Eventuell verbleibende Luft mit dem Kolben langsam und vorsichtig aus der Spritze drücken.
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Kanülen-Set für die Verabreichung der rekombinanten humanen Hyaluronidase (HY) vorbereiten

  • Die mit rekombinanter humaner Hyaluronidase gefüllte Spritze am Kanülenset befestigen
  • Kolben in die kleinere Spritze drücken, um die Luft zu entfernen, und Kanülen-Set bis zu den Kanülenflügeln mit der rekombinanten humanen Hyaluronidase füllen.
    • Hinweis: Ihr medizinischer Betreuer empfiehlt Ihnen möglicherweise die Verwendung eines Y-Anschlusses (bei Verwendung von mehr als einer Infusionsstelle) oder eine andere Kanülen-Set-Konfiguration.
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Durchstechflasche mit normalem Immunglobulin vom Menschen 10 % vorbereiten

  • Vor dem Transfer des Immunglobulin 10 % von HyQvia anweisungsgemäß alle Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer abwischen und lufttrocknen lassen (mindestens 30 Sekunden).
  • Das normale Immunglobulin vom Menschen 10 % von HyQvia kann auf zwei Arten infundiert werden:
    • durch Zusammenführen des Flascheninhalts in eine größere Spritze (a) oder einen Infusionsbeutel (b), je nach verwendeter elektromechanischer Infusionspumpe und nach Anweisung Ihres medizinischen Betreuers oder
    • direkt aus der IG-Durchstechflasche (c). Spike des belüfteten Pumpenschlauchs oder Spike und Belüftungskanüle in die Flasche(n) mit normalem Immunglobulin vom Menschen 10 % einstechen. Das Schlauchsystem der Infusionspumpe befüllen und zur Seite legen, bis die Verabreichung der rekombinanten humanen Hyaluronidase abgeschlossen ist.
  • Wenn für eine Behandlungsdosis mehr als eine Durchstechflasche erforderlich ist, jede weitere Flasche erst durchstechen, nachdem die erste Flasche zur Gänze verabreicht worden ist.
HyQvia Gebrauchsinformationen
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Elektromechanische Pumpe mit einstellbarer Infusionsrate vorbereiten

Beachten Sie bei der Vorbereitung der elektromechanischen Pumpe mit einstellbarer Infusionsrate die Anweisungen des Geräteherstellers.

Stellen Sie die Infusionsrate für normales Immunglobulin vom Menschen 10 % wie von Ihrem medizinischen Betreuer angewiesen ein.

Infusionsstelle vorbereiten

  • Wählen Sie eine oder mehrere Infusionsstellen auf der mittleren bis oberen Hälfte Ihres Bauches oder Ihrem Oberschenkel. Mögliche Infusionsstellen sind in nebenstehender Abbildung dargestellt.
    • Wenn Sie angewiesen wurden, zwei Infusionsstellen zu verwenden (bei Dosen über 600 ml), wählen Sie hierzu zwei gegenüber liegende Körperstellen.
  • Über den Knochen liegende Bereiche, sichtbare Blutgefäße, Wunden sowie entzündete oder infizierte Stellen vermeiden.
  • Infusionsstellen wechseln, indem Sie bei nachfolgenden Infusionen jeweils die gegenüber liegende Körperseite wählen.
  • Reinigen Sie je nach Anweisung Ihres medizinischen Betreuers die Infusionsstelle(n) mit einem Alkoholtupfer. Trocknen lassen (mindestens 30 Sekunden)
HyQvia Gebrauchsinformationen
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Kanüle legen

  • Abdeckkappe von der Kanüle entfernen. Mindestens 2 bis 2,5 cm Haut mit zwei Fingern fassen und zusammenkneifen.
  • Mit einer zügigen Bewegung Kanüle bis zu den Kanülenflügeln in einem Winkel von 90 Grad in die Haut einstechen. Die Kanülenflügel sollten flach auf der Haut zu liegen kommen.
  • Kanüle mit einem sterilen Klebestreifen fixieren.
  • Bei Verwendung einer zweiten Infusionsstelle, diesen Schritt wiederholen.
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Prüfen Sie je nach Anweisung Ihres medizinischen Betreuers vor Beginn der Infusion die Infusionsstelle(n) auf den richtigen Sitz der Kanüle(n).

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Kanüle(n) auf der Haut fixieren

  • Gesetzte Kanüle(n) mittels eines sterilen, transparenten Pflasters auf der Haut fixieren.
  • Während der Infusion die Infusionsstelle(n) gelegentlich auf Verschiebung der Kanüle(n) oder Austreten der Infusionslösung überprüfen.
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Als Erstes die rekombinante humane Hyaluronidase infundieren

  • Kolben der kleineren Spritze, die mit der rekombinanten humanen Hyaluronidase gefüllt ist, mit einer anfänglichen Infusionsrate von 1 bis 2 ml pro Minute pro Infusionsstelle langsam in die Spritze drücken; im weiteren Verlauf kann die Infusionsrate je nach Verträglichkeit erhöht werden.
  • Wird zur Infusion der rekombinanten humanen Hyaluronidase eine Infusionspumpe verwendet, Pumpe auf eine anfängliche Infusionsrate von 1 bis 2 ml pro Minute programmieren und je nach Verträglichkeit erhöhen.
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Als Zweites das normale Immunglobulin vom Menschen 10 % infundieren

Nach der Infusion des Inhalts der kleineren Spritze (mit der rekombi-nanten humanen Hyaluronidase), Spritze von der Anschlussstelle des Kanülen-Sets trennen.

Den Pumpenschlauch bzw. die größere Spritze mit normalem Immunglobulin vom Menschen 10 % an das Kanülen-Set anschließen.

Das normale Immunglobulin vom Menschen 10 % mit der von Ihrem medizinischen Betreuer verordneten Infusionsrate infundieren.

Schlauchsystem der Infusionspumpe nach beendeter Infusion je nach Anweisung Ihres medizinischen Betreuers spülen

  • Je nach Anweisung Ihres medizinischen Betreuers, Beutel mit Kochsalzlösung/Spülspritze an das Schlauchsystem der Pumpe/des Kanülen-Sets anschließen, um das normale Immunglobulin vom Menschen 10 % bis zu den Kanülenflügeln zu füllen.

Kanülen-Set entfernen

  • Zum Entfernen des Kanülen-Sets zunächst Verbandränder lösen.
  • Kanülenflügel gerade hoch-und herausziehen.
  • Kleines Stück Gaze sanft auf die Kanüleneinstichstelle drükken und mit einem Schutzverband abdecken.
  • Kanüle(n) in den für die Entsorgung scharfer Gegenstände vorgesehenen Behälter werfen.
    • Behälter für scharfe Gegenstände gemäß den mit dem Behälter mitgelieferten Anweisungen entsorgen oder medizinischen Betreuer um Rat fragen.
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Infusion aufzeichnen

  • Abziehetikett mit Chargenbezeichnung und Verfalldatum von der HyQvia Durchstechflasche abziehen und in das Behandlungstagebuch einkleben.
  • Nach jeder Infusion Datum, Zeit, Dosis, Infusionsstelle(n) (als Hilfestellung beim Wechseln der Infusionsstellen) und etwaige Nebenwirkungen aufzeichnen.
  • Nicht aufgebrauchten Flascheninhalt und Einwegzubehör gemäß den Empfehlungen Ihres medizinischen Betreuers entsorgen.
  • Regelmäßige Arztbesuche anweisungsgemäß einhalten.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Medikament Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Patienten auftreten müssen. Bestimmte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Gliederschmerzen lassen sich eventuell durch eine Verlangsamung der Infusionsrate vermeiden.

Schwere Nebenwirkungen

Die Infusion von Medikamenten wie HyQvia kann gelegentlich zu schweren allergischen Reaktionen führen; diese sind allerdings selten. Es kann zu einem plötzlichen Blutdruckabfall und in Einzelfällen auch zu anaphylaktischem Schock kommen. Ärzte sind mit diesen Nebenwirkungen vertraut und werden Sie während und nach den ersten Infusionen überwachen.

Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Schwindelgefühl, Benommenheit oder Schwächegefühl,
  • Hautausschlag und Juckreiz, Schwellung im Mund-oder Rachenraum, Atembeschwerden, Giemen,
  • veränderte Herzfrequenz, Brustschmerzen, blaue Lippen, Finger oder Zehen,
  • verschwommenes Sehen
    • Wenn Sie während der Infusion irgendeines der oben angeführten Symptome bemerken, teilen Sie dies Ihrem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft unverzüglich mit.
    • Wenn Sie HyQvia zu Hause anwenden, müssen Sie die Infusion in Gegenwart einer ausgewählten Betreuungsperson durchführen, die mit Ihnen auf Anzeichen von allergischen Reaktionen achtet, ggf. die Infusion beendet und wenn nötig Hilfe anfordert.
    • Siehe auch Abschnitt 2 dieser Packungsbeilage zum Risiko allergischer Reaktionen und zur Heimanwendung von HyQvia.

Sehr häufige und häufige Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von HyQvia (die bei mehr als 1 von 10 Infusionen auftreten) sind:

  • Reaktionen an der Infusionsstelle. Dazu gehören Schmerzen bzw. Unbehagen, Rötungen, Schwellungen, Juckreiz, Verhärtungen, Wärmegefühl, blaue Flecken und Ausschlag an der Infusionsstelle. Diese Reaktionen sind zumeist leicht bis mäßig stark ausgeprägt und klingen für gewöhnlich innerhalb weniger Tage ab.

Andere Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen treten häufig (bei bis zu 1 von 100 Infusionen) auf:

  • Kopfschmerzen
  • Ermüdung

Folgende Nebenwirkungen treten gelegentlich (bei bis zu 1 von 1000 Infusionen) auf:

  • Fieber, Schüttelfrost
  • Migräne
  • Erhöhter oder verringerter Blutdruck
  • Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen
  • Verminderter Appetit, Gewichtsverlust
  • Schwächegefühl, Unwohlsein oder Empfindungsstörungen
  • Hautausschlag/Rötung
  • Brennen
  • Nasenverstopfung
  • Mundschmerzen
  • Gelenk-oder Muskelschmerz
  • Schmerzen im Brustbreich, in der Leistengegend, in den Armen und/oder Beinen
  • Vaginaler Juckreiz
  • Schwellung im Genitalbereich (aufgrund eines Ausbreitens der Schwellung an
  • der Infusionsstelle)
  • Schwellung der Beine, der Füße und im Bereich der Knöchel
  • Antikörper-positive Bluttests
  • Verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen

Nebenwirkungen, die bei Anwendung ähnlicher Medikamente beobachtet wurden

Folgende Nebenwirkungen wurden nach Infusion von Medikamenten, die normalem Immunglobulin vom Menschen 10 % ähnlich sind und unter die Haut (subkutan) verabreicht werden, beobachtet. Obwohl diese Nebenwirkungen bislang unter HyQvia noch nicht beobachtet worden sind, besteht die Möglichkeit, dass sie auch unter HyQvia auftreten.

  • Kribbeln, Zittern, Kribbeln im Mundraum
  • Beschleunigte Herzfrequenz
  • Hautrötung oder-blässe, kalte Hände oder Füße
  • Atemnot
  • Gesichtsschwellung
  • Übermäßiges Schwitzen, Juckreiz
  • Rückenschmerzen, Muskelsteifigkeit
  • Veränderungen der Leberwerte im Blut (erhöhte Alanin-Aminotransferase).

Folgende Nebenwirkungen wurden nach Infusion von Medikamenten, die normalem Immunglobulin vom Menschen 10 % ähnlich sind und in eine Vene (intravenös) verabreicht werden, beobachtet. Obwohl diese Nebenwirkungen bislang unter HyQvia noch nicht beobachtet worden sind, besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass sie auch unter HyQvia auftreten.

  • Blutgerinnsel in Blutgefäßen (thromboembolische Reaktionen), die zu Herzinfarkt, Schlaganfall,
  • dem Verschluss tiefer Venen oder eines Blutgefäßes in der Lunge (Lungenembolie) führen
  • Nierenfunktionsstörung oder-versagen
  • Entzündung der Hirn-und Rückenmarkshäute (aseptische Meningitis)
  • Auflösung roter Blutkörperchen (Hämolyse).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Straße 51-59, 63225 Langen, Telefon: +49 6 10 37 70, Telefax: +49 61 03 77 12 34, Website: www.pei.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist HyQvia aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C).

Nicht einfrieren.

Nicht schütteln.

Bewahren Sie die Flaschen im Umkarton auf, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht, wenn die Lösungen trüb sind oder Teilchen bzw. Ablagerungen enthalten.

Nach dem Öffnen nicht verwendete Lösung verwerfen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Hausmüll. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was HyQvia enthält

HyQvia ist eine Dual-Flaschen-Einheit, die aus folgenden Komponenten besteht:

  • eine Lösung mit rekombinanter humaner Hyaluronidase (HyQvia Schritt 1/als Erstes infundieren) und
  • eine Lösung mit normalem Immunglobulin vom Menschen 10 % (HyQvia Schritt 2/als Zweites infundieren).

Der Inhalt jeder Durchstechflasche ist nachstehend beschrieben:

Rekombinante humane Hyaluronidase

Diese Durchstechflasche enthält rekombinante humane Hyaluronidase.

Die sonstigen Bestandteile sind Natriumchlorid, Natriumphosphat, Humanalbumin, Dinatrium-Ethylendiamintetraacetat (EDTA), Calciumchlorid und Wasser für Injektionszwecke (siehe auch Abschnitt 2, "HyQvia enthält Natrium").

Normales Immunglobulin vom Menschen 10 %

1 ml der Lösung in dieser Durchstechflasche enthält 100 mg normales Immunglobulin vom Menschen, mit einem Immunglobulin G (IgG)-Anteil von mindestens 98 %.

Der Wirkstoff von HyQvia ist normales Immunglobulin vom Menschen. Dieses Arzneimittel enthält Spuren von Immunglobulin A (IgA) (maximal 140 Mikrogramm/ml, durchschnittlich 37 Mikrogramm).

Die sonstigen Bestandteile dieser Durchstechflasche sind Glycin und Wasser für Injektionszwecke.

Wie HyQvia aussieht und Inhalt der Packung

HyQvia wird in einer Packung mit folgendem Inhalt geliefert:

  • eine Durchstechflasche aus Glas mit rekombinanter humaner Hyaluronidase
  • eine Durchstechflasche aus Glas mit normalem Immunglobulin vom Menschen 10 %

Die rekombinante humane Hyaluronidase ist eine klare farblose Lösung. Das normale Immunglobulin vom Menschen 10 % ist eine klare und farblose bis gelbliche Lösung.

Folgende Packungsgrößen sind erhältlich:

Rekombinante humane Hyaluronidase Normales Immunglobulin vom Menschen 10 %
Volumen (ml) Protein (Gramm) Volumen (ml)
1,25 2,5 25
2,5 5 50
5 10 100
10 20 200
15 30 300

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:
Baxalta Innovations GmbH
Industriestraße 67
A-1221 Wien
Österreich

Hersteller:
Baxalta Belgium Manufacturing SA
Boulevard René Branquart 80
B-7860 Lessines
Belgien

Falls Sie weitere Informationen über dieses Arzneimittel wünschen, setzen Sie sich bitte mit dem örtlichen Vertreter des Pharmazeutischen Unternehmers in Verbindung.

Deutschland
Baxalta Deutschland GmbH
Tel.: +49 89 262077-011

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 09/2015.

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel stehen auf den Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zur Verfügung: http://www.ema.europa.eu.